Schwedische Rekorde

Die vergangenen Tage verbrachten wir mit der Suche nach dem Meer. Dieses Unterfangen stellte sich komplizierter dar als anfänglich gedacht. Die grösseren Ortschaften an der mittleren Ostküste von Schweden befinden sich meistens etwas im Landesinneren, vielfach am hinteren Ende eines Meerausläufers. Wie Stockholm wurden einige dieser Städte auf Inseln angelegt. Und zumindest im Falle von Sundvall konkurriert nicht nur die Lage mit derjenigen der Hauptstadt sondern auch die Architektur. Nachdem die Holzgebäude der Stadt vollständig niederbrannten, entschloss man sich für Prunkbauten aus Stein und breite Boulevards, welche allfällige Feuer am Übertritt von einer Häuserreihe zur nächsten hinderten. Das Resultat lässt sich bis heute sehen und stempelt die anderen Städte in der Region zu Provinznestern ab.

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Will man die Ortschaften in Richtung Meer verlassen, stellt sich einem meistens der schier unendliche, dichte Fichten- und Birkenwald in den Weg. Eine Strasse gegen Osten ist schwierig zu finden, vor allem wenn diese auch noch die zahlreichen Gewässer überbrücken soll. So fanden wir uns nur einige wenige Male am offenen Meer wieder, auch wenn wir ungefähr während 200 Kilometern knapp hinter der Küste nach Norden fuhren und mit der Hoffnung auf Meer mehrmals nach rechts abbogen.
Die Strecke war trotzdem eine Reise Wert. Grüne Städte mit einer entspannten Atmosphäre, einsame Weiler und Fischerdörfer und überall idyllische, rote Blockhütten mitten im Wald, auf der grünen Wiese und / oder direkt am Wasser (selten aber am offenen Meer). Eine sanfte Landschaft, welche von riesigen Gletschern und den Kräften des Meers geformt wurde, bevor sie sich nach dem Ende der letzten Eiszeit und ohne das Gewicht der Eismassen knapp 300 Meter erhob. Eine grössere Landhebung gibt es nirgendwo zu bestaunen und daher zählt Höga Kusten (hohe Küsten) heute zum Weltkulturerbe.
Das Wetter stellte übrigens auch neue Rekorde auf (zumindest für unser Empfinden): 11 Grad Celsius morgens um 11 Uhr mitten im Hochsommer. Kurze Hosen und Shirts gehören trotzdem weiterhin zur Standardausrüstung der abgehärteten Vikinger. Und selbst Badeanstalten und Strände werden immer noch frequentiert. Uns klappern bereits beim Zuschauen die Zähne.
Und schliesslich bezahlten wir auch noch rekordhohe Preise: 100 Franken für eine knapp 12 Quadratmeter grosse Kabine mit Kajütenbett auf einem Campingplatz. Die Hälfte davon wurde für zwei Leintücher und Badetücher fällig. Auch wenn wir sonst zumindest etwas mehr fürs Geld erhielten, empfinden wir Schweden als teuer. Erst wenn man sich etwas auskennt, geht es auch günstig: Zahlreiche Restaurants bieten z.B. für 10 – 20 Franken „Dagens Lunch“ inkl. Salat, Hauptgericht, Getränk, Kaffee und Gebäck.
Mittlerweile ist unsere Schweden-Reise bereits wieder zu Ende. Wir warten am Flughafen von Stockholm auf den Rückflug und freuen uns auf das nächste Highlight: Eine Woche in der Schweiz. Bis bald.

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