Winter in Europa

Die letzten Tage in Singapur waren ziemlich stressig: In kontinuierlich kürzer werdenden Abschnitten fanden neue Pendenzen ihren Weg in unsere Checkliste, welche noch vor dem Abflug abgearbeitet werden musste. Gleichzeitig jagte eine Verabschiedung die nächste. Trotzdem fühlte sich das bevorstehende Ende unserer Zeit in Singapur und der temporäre Austritt aus dem geordneten Arbeitsleben bis ganz zuletzt surreal an. Dies sollte sich erst mit dem Abflug in Richtung Europa ändern.

Seit Montag sind wir zurück auf dem alten Kontinent. Nieselregen und Biese begleiteten uns auf unserer Tour durch London. Mit Mietvelos, U-Bahn und Bus besuchten wir die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, wärmten uns bei Wein und Bier in den historischen Pubs auf und sahen mit The Jersey Boys seit langer Zeit wieder einmal ein Musical. Mantel, Schal und Handschuhe verdrängten die kurzen Hosen, T-Shirts und Flip Flops, welche während knapp zwei Jahren zu unseren treuesten Begleitern gehörten. Die Gänsehaut erlebte ihr Comeback und verwies die Schweissperlen in ihre Schranken. Fast fühlte es sich an wie das Erwachen aus einem Traum: Es ist November, es ist kalt, die Weihnachtsbeleuchtung spendet Wärme, die Menschen sind dick verpackt und suchen Zuflucht in beheizten und festlich geschmückten Geschäften, Restaurants und Pubs. Auch wenn wir das Frieren nie wirklich vermissten, fühlt sich eine frostige Vorweihnachtszeit viel richtiger an; zurück zu den Wurzeln.

Wir genossen London in vollen Zügen: Im Gegensatz zu Singapur wirkt die britische Metropole schmutzig, rau und hier und dort rebellisch. Kreativität, Stil und Geschichte zogen uns in ihren Bann. Inmitten der prunkvollen Strassen und Gebäuden wähnten wir uns in einem riesigen Museum. Architektur, Einrichtung und Dekoration zeigten Charakter und Klasse, welche wir in den vergangenen Jahren teilweise vermissten (Bilder von London gibt es hier).

Mittlerweile sind wir bereits seit einigen Tagen in der Schweiz. Hier ist es noch kälter als in London und trotzdem spricht man von mildem Novemberwetter. Das kann ja noch heiter werden. Wir gewöhnen uns langsam aber sicher an kalte Wangen und rote Ohren und erfreuen uns an jedem einzelnen Sonnenstrahl, welcher durch die Hochnebeldecke drückt. Wir wissen nicht, ob es daran liegt, dass wir in letzter Zeit praktisch pausenlos schwitzten, aber irgendwie macht uns das kalte Wetter Spass. Schliesslich kann man jederzeit in die warme Stube zurückkehren und bei Tee, Kuchen und / oder Raclette die gemütlichen Seiten des Winters geniessen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s