Wild Wild West

Bei stürmischem, regnerischem Wetter tauschten wir vor einer Woche in Christchurch unser Mietauto gegen einen Toyota Hiace Campervan. Den geplanten Weg an die Westküste konnten wir erst mit einem Tag Verspätung antreten, als der Arthur’s Pass nach dem Sturmtief wieder geöffnet wurde. Dafür wurden wir dann mit Sonnenschein, frisch verschneiten Bergspitzen und reisserischen Flüssen belohnt.

Langsam aber sicher gewöhnen wir uns an die mobile Wohnung auf Rädern. Selbst für unsere beiden Koffer fanden wir mittlerweile einen akzeptablen Platz, so dass wir diese nicht mehr ständig überklettern müssen. Und für die Verwandlung des Esstisches in unser Bett und umgekehrt erzielen wir täglich neue Rekordzeiten. Jetzt müssen wir nur noch die kleinen, beissenden Insekten loswerden, welche mich in den vergangenen Tagen belästigten und am ganzen Körper nette, juckende, rote Punkte hinterliessen. Sandflies sind in ganz Neuseeland beheimatet und an gewissen Orten eine regelrechte Plage. Ich werde zukünftig fleissig Anti-Insektenspray verwenden.

Obwohl wir aufgrund der Sturmschäden nicht wie geplant zu den Franz Josef und Fox Gletschern fahren konnten (eine Brücke auf der einzigen Verbindungsstrasse zwischen Norden und Süden wurde weggespült), genossen wir die wilde, spärlich besiedelte Westküste. Der zurückliegende Sturm schien für die Dauer unseres Aufenthaltes nicht nur die Gäste, sondern praktische auch sämtliche Wolken vertrieben zu haben. Die Küstenstrasse zwischen Greymouth und Westport kann locker mit der Great Ocean Road in Australien, der Garden Route in Südafrika und dem Highway Number One in Kalifornien mithalten und gehört aus meiner Sicht zu den schönsten dieser Welt. Überall an der Westküste existieren kürzere und längere Wanderwege, auf welchen man die wunderbare Küstenlandschaft, die dahinter liegenden Berge Regenwälder und Flüsse oder stillgelegte Minen und Eisenbahnstrecken erkunden kann. Gleichzeitig findet man in den wenigen, schmucken Städtchen alles, was man für das Herumreisen benötigt.

Vorgestern wurde die vom Sturm beschädigte Brücke provisorisch wieder in Betrieb genommen. Damit dürfte die Anzahl Touristen an der Westküste in den kommenden Tagen wieder zunehmen. Gleichzeitig wurde der nächste, grosse Sturm angekündigt; normaler Alltag für die wilde Westküste auf der Südinsel Neuseelands. Für uns war das Grund genug, die Berge wieder zu überqueren und an die Ostküste zurückzukehren. Bevor wir diese erreichen, verbringen wir noch einen oder zwei Tage im Bergkurort Hanmer Springs mit seinen Thermalquellen.

–> Bilder aus Westport

–> Bilder aus Seddonville / Charming Creek

–> Bilder aus Maruia Valley / Lewis Pass

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