Ankunft auf der Nordinsel von Neuseeland

Die Überquerung der Cook-Strasse gestaltete sich weniger ruhig als erhofft. Obwohl sich die Regenwolken lichteten, hatte das stürmische Wetter die Region noch immer fest im Griff. Der Wetterdienst sah sich am Vorabend unserer Überfahrt gar zu einer Sturmwarnung für die Meerenge zwischen der Nord- und Südinsel veranlasst. Glücklicherweise galt diese am nächsten Morgen bereits nicht mehr und führte die Hälfte der Strecke durch den ruhigen  Marlborough Fjord bzw. den Hafen von Wellington. Obwohl die Fähre auf dem übrigen Teil der Strecke auch nach dem Sturm noch heftig schwankte, kamen wir nach dreieinhalb Stunden ohne grössere Anzeichen von Seekrankheit in der Hauptstadt von Neuseeland an.

Nach einem Monat auf der spärlich besiedelten Südinsel war die Ankunft in der Kleinstadt Wellington fast schon ein Schock: Plötzlich sahen wir uns wieder mit Verkehr,  kleineren Menschenansammlungen, höheren Häusern und etwas Hektik konfrontiert. Kaum noch vorstellbar, dass wir bis vor kurzem im viel grösseren Singapur gewohnt hatten. Nichtsdestotrotz fielen uns auch die schönen Seiten auf; die herrliche Lage an einem grossen, natürlichen Hafen, die zahlreichen, grünen Hügel und der kompakte, gepflegte Stadtkern.

Es dauerte nicht lange, bis wir uns nach unserer Abfahrt aus Wellington wieder im Grünen befanden. Entlang der Westküste fuhren wir auf dem Highway Nummer 1 bzw. 3 durch kleine Dörfer und einsames, von der Landwirtschaft geprägtes Land. Drei Stunden nördlich von Wellington verbrachten wir den Nachmittag und die Nacht: Wanganui, eine historische, 40’000 Seelenstadt liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses. Zahlreiche Art Deco Gebäude, mit Blumen geschmückte Ladenfronten und schattenspendende Bäume kreieren eine urbane, entspannte Atmosphäre. Gleichzeitig tragen die äusserst sauberen Strassen und makellosen Parks dazu bei, dass man sich in diesem regionalen Zentrum sofort willkommen und wohl fühlt.

Wir übernachteten im Vorgarten eines Hauses: Für 5 Dollar pro Person erhielten wir Platz auf einer kleinen Wiese und Zugang zu einer relativ spärlichen Küche und Bad. Gleichzeitig durften wir die Gastfreundschaft der Eigentümer geniessen, welche zu unserer Überraschung auch noch über eine riesige Sammlung von historischen Autos verfügten. Als wir den unauffälligen Schuppen hinter der Wiese betraten, glaubten wir unseren Augen nicht: Es präsentierten sich mehrere Dutzend bestens gepflegter Oldtimer und eine eindrückliche Anzahl sonstiger Sammlerstücke aus der gleichen Zeitperiode. Stolz wurde uns die Geldbörse des Urgrossvaters gezeigt, welche mit Tickets, Mitgliederausweisen und ähnlichem aus der Zeit vor der vorletzten Jahrhundertwende bestückt war. Ich bin überzeugt, dass der momentane Inhalt unserer Brieftaschen in etwas mehr als 100 Jahren nicht mehr in diesem Zustand vorhanden sein wird. Enthusiastisch wurden wir in die Geheimnisse und die Geschichte einiger anderer Museumsstücke eingeweiht; nicht schlecht für eine Übernachtungspauschale von 10 Dollars.

Mittlerweile sind wir in der Region Taranaki eingetroffen, welche vom mächtigen Mount Taranaki Vulkan dominiert wird. Majestätisch erhebt sich der Kegel in der ansonsten relativ flachen Gegend 2500 Meter in die Höhe und spendet ihr neben seinem Namen auch noch äusserst fruchtbare Böden. Kein Wunder, befindet sich hier das Zentrum der neuseeländischen Milchwirtschaft.

–> Cook Strait Bilder (English users please click here)
–> Wellington, Wanganui, Taranaki Bilder (English users please click here)

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