Goldgrube, Naturparadies und Millionenstadt

Den mächtigen Mount Taranaki Vulkan liessen wir hinter uns, fuhren durch das an England erinnernde Mittelland der Nordinsel und tauschten die West- mit der Ostküste. Wie immer ist der Osten weniger schroff, die Landschaft sanfter und das Meer ruhiger.

In Waihi gilt diese These nur bedingt: Dort lernten wir einen Ort kennen, wo vor allem in die Tiefe gebaut wird. Im riesigen, unansehnlichen Loch der immer noch aktiven Goldmine fänden wahrscheinlich sämtliche Gebäude des Ortes problemlos Platz. Fast erhält man den Eindruck, als würde die unmittelbar hinter der Hauptstrasse gelegene Mine das Dorf schon bald verschlucken. Auch wenn ich mir sicher bin, dass die Goldsuche eingestellt wird, bevor dieses Ereignis eintrifft: Bereits heute muss die zuständige Firma jeweils eine Tonne Gestein abbauen, um einige wenige Gramm Gold zu gewinnen. Lange wird die Rentabilität wohl nicht mehr gegeben sein.

Etwas weiter nördlich erreichten wir ein Naturparadies, welches ebenfalls über Bodenschätze verfügt, dessen wenige Bewohner aber nichts von Minen wissen wollen. Das verkündeten zumindest die zahlreichen Plakate und Auto-Aukleber, welche uns auf der Coromandel Halbinsel immer wieder begegneten. Als eine der beliebtesten Ferienregionen der Neuseeländer liegt diese am Hauraki Golf, ziemlich genau gegenüber von Auckland. Mit der Fähre benötigt man knapp zwei Stunden aus dem Zentrum der grössten Stadt des Landes bis nach Coromandel. Etwas länger dauert es mit dem Auto, da man die riesige Wassermasse umfahren muss. Wahrscheinlich würden die Auckländer die Halbinsel aber auch dann besuchen, wenn sie noch weiter entfernt läge; schliesslich hat sie einiges zu bieten: Unberührte Natur, subtropische Strände (man wähnt sich teilweise fast in Thailand; minus der Hitze), Thermalquellen, grüne Wiesen und Berge, Regenwald, Sumpfgebiete, Wanderwege, historische Dörfer, gutes Essen (direkt aus dem Meer) und zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten. Und selbst wenn die Orte auf der Halbinsel während den Sommerferien aus allen Nähten platzen, findet man immer noch genügend Ruhe und Einsamkeit.

Davon konnten wir während den vergangenen Tagen nur noch träumen: Wir waren in der 1,5 Millionenstadt eingetroffen und vom Rummel etwas geschockt: Dank des Feiertages am Montag sahen wir uns im Stadtzentrum und am Hafen von Auckland mit Menschenmassen konfrontiert, deren Existenz wir längst vergessen hatten. Glücklicherweise gab es an unserem zweiten Tag in der grossen Stadt etwas weniger Rummel und wir konnten uns davon überzeugen, dass Auckland seinen Titel als Stadt mit der weltweit zweithöchsten Lebensqualität nicht gestohlen hat.

–> Bilder aus der Goldgräberstadt Waihi (English users click here)
–> Bilder von Hahei, Hotwater und Cook Beach auf der Coromandel Halbinsel (English users click here)
–> Bilder aus der Umgebung von Coromandel Town (English users click here)
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One thought on “Goldgrube, Naturparadies und Millionenstadt

  1. Liebe Grüsse aus Basel, einfach toll dein Bericht und die Bilder erst. Hier in Basel rüttelt der Wind gerade tüchtig am Dachstock. Also geniess weiter deine Zeit! Iris

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