Jede Reise geht einmal zu Ende

Nach dem Verlassen von Auckland verbrachten wir die vergangenen Tage im nördlichsten Teil von Neuseeland, dort wo es niemals Winter wird. Auch wenn uns das strahlende Sommerwetter nicht in den Norden begleitete, war es spürbar wärmer und feuchter als in den bisher bereisten Regionen des Landes. Da die Neuseeländer ihre Sommerferien in der Zwischenzeit beendet hatten, waren wir wieder etwas einsamer unterwegs. Wir genossen die Bay of Islands, die grosse Bucht an der Ostküste mit ihren unzähligen kleinen Inseln und historischen Dörfern. Wir bestaunten riesige, jahrtausendealte Kauri Bäume an der Westküste, welche ihre Nachbarn im dichten, subtropischen Regenwald klein und unbedeutend aussehen liessen. Und dank den gefrässigen Sandfliegen werden wir uns noch tagelang an diese Orte erinnern; kleine und grössere, rote, teuflisch juckende Punkte und Erhebungen auf unseren Körpern bilden ein persönliches, glücklicherweise nur temporäres Souvenir.

Unsere Reise hat leider auch nur eine beschränkte Lebensdauer und neigt sich langsam aber sicher ihrem Ende zu. Die relative Unbekümmertheit wird von Wehmut und Nachdenklichkeit abgelöst. Nach gut zweieinhalb Monaten und ungefähr 32’000 Kilometern im Flugzeug, 7’000 Kilometern per Auto, 1’000 Kilometern mit Bahn und U-Bahn, 300 Kilometern zu Fuss, 100 Kilometern per Schiff, 100 Kilometern mit Bus und Tram, 15 Kilometern mit dem Fahrrad, zehn Kilometern per Gondelbahn, fünf Kilometern auf Rolltreppen und einem Kilometer im Fahrstuhl kehren wir aber nicht an den Ausgangsort zurück, sondern steuern eine neue Destination an.

Sieben Wochen Neuseeland haben uns zum Entschluss geführt, längerfristig in diesem schönen und faszinierenden Land zu bleiben. Wir werden vorerst temporär in Wellington unterkommen. Je nach Jobangebot werden wir uns anschliessend wahrscheinlich entweder in der Hauptstadt oder in Auckland einrichten.

Uns wird etwas bange, wenn wir daran denken, dass bald wieder der Alltag einkehrt. Zu sehr haben wir uns in den vergangenen Wochen an das Dolce Far Niente gewöhnt. Trotzdem spürt man langsam aber sicher das Bedürfnis nach einer neuen Herausforderung. Auch wenn wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht genau wissen, wie diese aussehen wird.

–> Bilder aus Auckland (English users click here)
–> Bilder aus Bay of Islands (English users click here)

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