Zurück in Sydney, Verspätung und eine von zahlreichen Erdbeben gezeichnete Stadt

Etwas mehr als eineinhalb Jahre lag unser letzter Besuch zurück, als wir am vergangenen Freitag Nachmittag nach unserer langen Reise in Sydney ankamen. Am Flughafen wurden wir von Freunden begrüsst, welche uns aus Melbourne kommend mit dem Auto abholten. Aufgrund der grossen australischen Distanzen waren sie an diesem Tag genau gleich lang unterwegs wie unser Flug aus Singapur. Gemeinsam fuhren wir anschliessend zu befreundeten Schweiz-Australiern in einen Vorort von Sydney, wo wir ein grossartiges Wochenende verbrachten.

Unsere von der Reise übermüdeten Körper waren anfänglich ziemlich verwirrt, als wir den erst kürzlich verlassenen europäischen Winter mit Temperaturen über 30 Grad und der brennenden australischen Sonne ersetzten. Das feine Barbecue und der lange Abend im Garten schienen in Kombination mit dem Jetlag beinahe unwirklich.

Bis zum Ende unseres Sydney Aufenthaltes erlebten wir mit Temperaturen zwischen knapp 20 und über 35 Grad, kitschig blauem Himmel, Wind, Regen und dunkelgrauen Wolken dann praktisch sämtliche Jahreszeiten. Und dies obwohl unser Besuch nach etwas mehr als vier Tagen bereits wieder zu Ende war. Auch das gehört zu Sydney: Das Wetter ist teilweise unberechenbar und kann sich praktisch ohne Vorankündigung grundlegend verändern.

Sydney hingegen hat sich während unserer Abwesenheit nicht wahnsinnig verändert: Es ist nach wie vor eine wunderschöne Stadt an einem beindruckenden, glitzernden Hafen. Im Vergleich zu den europäischen Städten mit ihrer grossen Geschichte scheint hier alles viel weniger formell, was sich nicht zuletzt im Kleidungsstil, den Umgangsformen und der Architektur bemerkbar macht. Fragt mich jetzt nicht, was uns besser gefällt, es handelt sich einfach um zwei unterschiedliche Welten. Diese Gegensätze gehören ebenso zu den Reizen von Australien wie das Wetter, die Landschaft und die Natur.

Am Dienstag mussten wir Sydney wieder verlassen. Und wir machten ein weiteres Mal mit verspäteten Flügen Bekanntschaft: Zuerst wurde die vorgesehene Maschine aufgrund eines Defektes ersetzt. Beim Ersatzflugzeug versagte kurz vor der Startpiste der Computer und so kehrten wir unverrichteter Dinge zum Gate zurück. Erneut musste die Maschine ausgetauscht werden und so hoben wir erst mit etwas mehr als vier Stunden Verspätung in Richtung Christchurch ab.

Dort angekommen begrüssten uns graue Wolken und knapp 14 Grad im neuseeländischen Sommer. Der Anblick der von den heftigen Erdbeben in den Jahren 2010 und 2011 nach wie vor stark gezeichneten Stadt war deprimierend, beindruckend und inspirierend zugleich. Noch immer präsentiert sich ein Grossteil des Stadtkerns als Sperrzone. Absperrgitter geben den Blick frei auf Ruinen, Staub und halb zerfallene Gebäude. Ähnliche Bilder sind mir nur aus Kriegsberichterstattungen im Fernsehen bekannt. Langsam werden die von den Gebäudetrümmern befreiten Flächen wieder vom Leben in seinen Besitz genommen; so wie am ehemaligen Standort einer zerstörten Einkaufsstrasse: Farbig bemalte Frachtcontainer mit Fenstern und Terrassen bieten ein Shopping- und Restauranterlebnis der besonderen Art. Inspirierend, zu sehen, wie die Stadt aus den Trümmern erwacht und sich neu erfindet.

Die beiden vergangenen Tage verbrachten wir in einem wunderschönen, knapp 80 Kilometer von Christchurch entfernten Ort: Akaroa, ein französisch angehauchtes Dorf an einer traumhaften Bucht, befindet sich inmitten einer Kraterlandschaft eines riesigen, ehemaligen Vulkans. Fruchtbare, grün überwachsene, sanfte Bergketten umranden das smaragdgrüne Wasser. Das idyllische Dörfchen fügt sich nahtlos in die liebliche Landschaft ein. Stahlblauer Himmel und eine strahlende Sonne lassen die Szenerie fast schon kitschig erscheinen. Was für ein Paradies. Wir sind in Neuseeland angekommen 🙂

Bilder:
Sydney
Christchurch
Akaroa

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